Einträge zum Thema Kundenbindung

30. Juli 2010

3 Goldene Regeln für den Erfolg im Social Web

Schon seit einigen Jahren beschäftige ich mich immer wieder und zum Teil intensiv mit den Möglichkeiten, die das sogenannte Web 2.0 oder »Mitmach-Web« eröffnet und habe gerade in den letzten Monaten mit vielen Menschen aus der Hotelbranche darüber gesprochen. Man kann sich bei diesem Thema nächtelang die Köpfe heißreden. Am Ende aber laufen für mich solche Diskussionen fast immer auf drei einfache Regeln hinaus, die bei den meisten meiner Gesprächspartner eher für Ernüchterung sorgen:

Regel 1
Sorge offline für zufriedene Gäste

Regel 2
Nutze das Social Web, um dich über deine Arbeit oder deine Ideen auszutauschen, mit deinen Gästen in Dialog zu treten und mit ihnen in Kontakt zu bleiben

Regel 3
Wenn du Regel 1 nicht einlöst, wird dir Regel 2 mehr schaden als nützen

Zusammengefaßt: das Social Web bietet dir Möglichkeiten, aber es sorgt gleichzeitig dafür, daß deine konkrete, praktische Arbeit ungleich höhere Werbewirkung entfaltet als noch so hoher Werbeaufwand. Das Web 2.0 belohnt Leistung, nicht flotte Sprüche. Der Grund dafür liegt darin, daß mit dem Social Web die Meinungsmacht unwiderruflich von den Werbern auf die Beworbenen, also die Konsumenten und Nutzer übergeht.  weiterlesen…

27. März 2010

Zauberworte

Kürzlich habe ich in Berlin an einer Tagung teilgenommen; es ging mal wieder um die Frage, die unserer Branche wohl am stärksten unter den Nägeln brennt: was brauchen Hotels und was können sie dafür tun, sich von anderen zu unterscheiden und ihre Gäste dauerhaft an sich zu binden. Die Reise hat sich gelohnt. Nicht wegen der Tagung – die bot die üblichen Antworten, die wir kennen. Aber da sie bis zum Abend dauerte, hatte ich beschlossen, in Berlin zu übernachten. Als ich am nächsten Morgen abreiste, traf ich im Hotelflur, auf dem Weg von meinem Zimmer zum Lift, ein Zimmermädchen – eins jener Wesen, die wir kaum je beachten, weil sie auch uns keines Blickes würdigen. Sie und ich treffen uns also im engen Flur, sie macht Platz, ich bin dabei, an ihr vorbeizugehen – da hebt sie den Kopf, schaut mich an, lächelt und sagt:

»Auf Wiedersehen. Bis zum nächsten Mal.«

Den ganzen Tag lang ist mir dieser Moment nicht mehr aus dem Kopf gegangen, und ihr Lächeln hat mich in den Flieger und vom Flughafen bis nach Hause begleitet. Auf Wiedersehen. Bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal? Aber ganz bestimmt. Ich kann es kaum erwarten.

Wie man Gäste an sich bindet – das habe ich nicht auf der Tagung erfahren, sondern hier im Hotel Ellington. Dagegen verblaßten alle klugen Ratschläge der Marketingexperten und sonstigen Profis, die überdies meist mit erheblichem Aufwand verbunden waren. Was kosten dagegen diese sechs Worte: »Auf Wiedersehen. Bis zum nächsten Mal«? So einfach ist das. Aber was braucht es, damit sich die Mitarbeiter so sehr mit »ihrem« Hotel identifizieren?

5. Juli 2009

Es zählt der zweite Eindruck

Unter dem Titel »Ansichten eines Hoteldirektors« verrät Wilhelm Luxem der Süddeutschen Zeitung, was das Kölner 5-Sterne-Haus Excelsior Hotel Ernst alles tut, um den immer differenzierteren Wünschen seiner anspruchsvollen Klientel gerecht zu werden. So haben viele Gäste heute sehr eigenwillige Vorstellungen vom richtigen Kopfkissen; das Excelsior Hotel Ernst bietet ihnen deshalb ein »Kopfkissenmenü« zur Auswahl an.

Ich muß unwillkürlich schmunzeln. Beileibe nicht spöttisch; eher schon anerkennend. Was tun wir nicht alles für unsere Gäste. Allein der logistische Aufwand macht mich schwindeln. Die fünf- bis sechsfache Menge der üblichen Kissen, säuberlich sortiert nach ihren Eigenschaften, die dann aber ständig zwischen den einzelnen Zimmern rotieren müssen, ohne daß es je zu Verwechslungen kommt. Wer dafür zuständig ist, sollte sich »Pillow Manager«nennen dürfen, bei der Verantwortung, die er trägt.

Wie gesagt – Spott oder Ironie wären hier fehl am Platz. Als Gast freue ich mich wie jeder andere auch, wenn man sich im Hotel mit selbstverständlicher Zuvorkommenheit an meine Sonderwünsche zum Frühstück erinnert. Ich wüßte es ebenso zu schätzen, bei meiner Ankunft auf dem Zimmer automatisch »meine« Kopfkissen vorzufinden. Und damit könnte man es eigentlich gut sein lassen. Ginge mir nicht die ganze Zeit auch noch ein weiterer Gedanke durch den Kopf.   weiterlesen…