Der Artikel des Economist, an den mein gestriger Beitrag anknüpfte, scheint einen Nerv getroffen zu haben. Gestern hat auch die New York Times in ihrer Rubrik »Idea of the Day« die Thesen des Economist aufgegriffen. Das ist begrüßenswert. Denn ungeachtet der vollendeten Tatsachen, die die EU leider geschaffen hat, verdient das Thema sicher eine breitere Diskussion als die Glaubenskriege, in denen es sich häufig erschöpft.
Erstaunt haben mich allerdings die Leserkommentare. Kaum jemand hat die Argumention des Artikels nachvollzogen und seine Pointe verstanden. Die einen unterstellten, der Economist empfehle eine Rückkehr zu den Pechfackeln der Höhlenbewohner (das erinnert mich an das Niveau der Atomstrom-Debatten hierzulande), die anderen meinten, die Verfasser des Artikels und der zugrundeliegenden Studie verlängerten einfach die Entwicklung von 1750 bis heute 20 Jahre in die Zukunft. Aber die Zunahme des »Lichtkonsums« in den letzten 250 Jahren diente nur der Veranschaulichung, nicht als Argument oder gar Beweis – ebenso übrigens wie die Analogie zum überproportional wachsenden Verkehrsaufkommen bei einem Ausbau des Straßennetzes.
Wer sich ein Urteil bilden möchte, wie fundiert oder fehlerhaft ihre Ergebnisse sind, sollte sich dabei schon auf die Studie selbst beziehen; sie ist online verfügbar – wenn Sie Interesse haben, klicken Sie hier.
Update:
Auch deutsche Medien sind jetzt auf die Studie Prof. Jeff Tsaos von den Sandia National Laboratories aufmerksam geworden. Das Bedürfnis nach ernsthafter Diskussion ist wohl doch weiter verbreitet als die EU-Bürokraten denken, die offenbar überzeugt sind, »das Volk, den großen Lümmel« (H. Heine) nur mit Verboten zur Räson bringen zu können.















