…so betitelt die ZEIT ihren Bericht über ein Budget-Hotel (Teil einer sehr bekannten und angesagten Kette) in Hamburg. Wüßte ich nicht, daß es sich um eine Rezension handelt, hätte ich es für eine Satire gehalten. Man hat dort wohl an einigem anderen gespart, um »viel Design für wenig Geld« zu bieten – und dann hat das Geld noch nicht mal für wirklich viel Design gelangt: einige wenige Reminiszenzen an Arne Jacobsen (das SAS Royal Hotel in Kopenhagen) und dazu eine halbwegs modern anmutende Bogenleuchte, das wars auch schon. Zum Service zwei Kostproben aus dem Originaltext:
»Als [der Kellner] zurück ist, moniert man das schmutzige Wasserglas, Spuren von Lippenstift. Wortlos stellt er ein anderes hin. Leider auch dreckig. Er greift ein drittes Glas, an dessen Rand er noch einmal mit dem schmuddeligen Bartuch entlangzieht. »Die Gläser sind erst eine Woche alt«, sagt er, »da kann eigentlich nichts dran sein.« Vielleicht gebraucht erstanden?«
Und dazu – als Auftakt und gleichzeitig Fazit des gesamten Aufenthalts:
»Die Dame beim Einchecken bedauert denn auch, dass sie den Gast nur im zweiten Stock unterbringen kann. Sie hätte auch sagen können: »Ihr Zimmer zeigt zum Hinterhof. Ziehen Sie besser die Vorhänge zu.« Aber das sagt sie nicht. Stattdessen bittet sie den Gast um seine Kreditkarte, hier wird sofort abgebucht. Sie sagt: »Check-in heißt bei uns gleichzeitig Check-out.« Sie hätte auch sagen können: »Nachdem Sie gezahlt haben, sind Sie uns ziemlich egal.« Aber auch das sagt sie nicht.«
Sowas kann natürlich immer und überall passieren und ist in jedem Fall ärgerlich. Wenn man freilich das Preis-Leistungs-Verhältnis zum wichtigsten Verkaufsargument und Alleinstellungsmerkmal stilisiert, ist es unverzeihlich. Mein eigenes Fazit: es gibt offensichtlich nicht nur Premium-Economy, sondern auch Holzklasse-Economy. Und auf den Unterschied sollte man überall achten, wo »Budget« als Gütesiegel draufsteht.













