Wie es weitergehen soll, hängt auch davon ab, was uns wirklich wichtig ist. Konkret auf die Serendipity Suite bezogen: woran nehme ich mir immer noch ein Beispiel – welche Fragen sind weiterhin offen und von Belang; welche Themen haben nichts an Aktualität eingebüßt; welche Sichtweisen erschließen uns über den Tag hinaus neue Erkenntnisse, Horizonte und Denkmöglichkeiten? Eine Reihe solcher Beiträge, von denen ich meine, daß sie »Zukunft haben« und haben sollten, möchte ich in den nächsten 2 bis 3 Wochen unter dem Stichwort »Review« Revue passieren lassen. Ich lade Sie ein, mir dabei Gesellschaft zu leisten.
Von Firmenkultur und unternehmerischen Leitgedanken reden viele. Aber wofür stehen die Worte – und was bedeuten sie für die tägliche Praxis?
Mich wundert schon lange der Aufwand, den Unternehmen betreiben, um ihre Philosophie oder ihre Leitlinien zu formulieren. Dem Ergebnis ist der Aufwand kaum je anzusehen. Was als Mission Statement in der Imagebroschüre und auf der Website zu lesen ist, trägt eher skurrile Züge. Wortreich betont man die eigene Einzigartigkeit – und verwendet dabei bis aufs i-Tüpfelchen dieselben Formulierungen wie jeder andere auch. Wer fünf dieser feierlichen Erklärungen studiert hat, kennt sie alle. Wer mag sowas noch lesen? Keiner, würde ich wetten. Wozu also all diese Elaborate?
Ich will damit sagen: das Thema schien mir bislang nicht einmal des Nachdenkens wert. Dann habe ich diesen Essay des Internet-Pioniers und Unternehmers Paul Graham gelesen. An meiner Einschätzung der genannten Mission Statements hat sich dadurch nichts geändert. Aber seither frage ich mich, welche Chancen hier möglicherweise vergeben werden.
Grahams Überlegungen nehmen ihren Ausgangspunkt von einer scheinbar banalen Beobachtung: dem Vagabundieren seiner Gedanken morgens unter der Dusche. Wie jeder weiß, gehen beim Duschen die Gedanken ihre eigenen Wege – und auf die Weise entstehen bisweilen die allerbesten Einfälle. Da bin ich ganz zufällig drauf gekommen, sagen wir dann. Das stimmt aber nicht, behauptet Graham. Es ist kein Zufall woran wir beim Duschen denken – oder bei jeder anderen Gelegenheit, wo wir unseren Gedanken freien Lauf lassen. Am Inhalt dieser Gedanken können wir ablesen, was uns zu dieser Zeit am intensivsten beschäftigt; sie liefern uns unter Umständen aber auch Hinweise darauf, warum ein Erfolg, den wir anstreben, trotz aller Bemühungen ausbleibt.
Das hat seinen Grund in der Art, wie Innovation, schöpferische Arbeit und kreative Prozesse funktionieren. Diese entsprechen nicht dem Bild eines direkten Wegs von A nach B, von der Frage zur Antwort, von einem Ausgangspunkt zum anvisierten Ziel. Regelmäßig kommen wir an einen Punkt, wo wir steckenbleiben und nicht weiterwissen. »Dranbleiben« hilft da gar nichts – im Gegenteil: Loslassen heißt die Devise. Indem wir unsere Konzentration von der Aufgabe abziehen und »unsere Gedanken schweifen lassen«, erlauben wir ihnen, die gewohnten Bahnen zu verlassen, das Blickfeld zu erweitern, die Dinge anders zu sehen und neu zusammenzusetzen. Das Denken muß auf Abwege geraten, um kreativ zu sein. weiterlesen…





















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