13. Mai 2011

Sitzen kann tödlich sein
(Vorsicht, Werbung, 21)

von Cornelia Markus-Diedenhofen, A K Aichner, Christian Aichner

Sitzgelegenheiten der unterschiedlichsten Art – in der Lounge, an der Bar, im Restaurant, in den Zimmern – gehören zu den wichtigsten Differenzierungsfaktoren eines Hotels. Ich komme also gar nicht umhin, mich mit Stühlen im allgemeinen und aktuellen ergonomischen Erkenntnissen im besonderen »auseinanderzusetzen«. Ein aufschlußreiches Wort im übrigen; angesichts dessen, was die Menschen, seit sie »seßhaft« geworden sind, alles »im Sitzen« tun, finde ich das Thema insgesamt überaus spannend. Und sehr dazu angetan, immer wieder Vorurteile und im wahrsten Sinn des Wortes »einge­fleischte« Überzeugungen in Frage zu stellen.

So manche Design-Ikone beispielsweise, die als Klassiker in Stuhl- oder Designmuseen ihren festen Platz hat, erfreut ersichtlich das Auge mehr als die Wirbelsäule. Das gilt aber auch für scheinbar superbequeme Polstermöbel, deren bloßer Anblick dazu einlädt, wohlig in ihnen zu versinken. Beim Aufstehen erzählen einem dann die Bandscheiben, wie es um die Bequemlichkeit wirklich bestellt war. Es ist gar nicht so einfach, da die richtige Balance zwischen Form und Funktion, Ästhetik und Ergonomie zu finden.

Nicht wenige Experten – vor allem Sport- und Arbeitsmediziner – machen sich gar nicht erst die Mühe, sondern betrachten Stühle generell als Risikofaktor für unsere Gesundheit. Darüber kann man streiten. Aber auch ohne die Risiken einer sitzenden Lebensweise zu verharmlosen, würde ich die folgende Anzeige dennoch für leicht übertrieben halten. Die obligatorischen Warnhinweise auf den Zigarettenpackungen sind dagegen die reinste Erbauungslektüre… ;-)


[Kudos: Andrew Sullivan]