30. Juli 2010

3 Goldene Regeln für den Erfolg im Social Web

Schon seit einigen Jahren beschäftige ich mich immer wieder und zum Teil intensiv mit den Möglichkeiten, die das sogenannte Web 2.0 oder »Mitmach-Web« eröffnet und habe gerade in den letzten Monaten mit vielen Menschen aus der Hotelbranche darüber gesprochen. Man kann sich bei diesem Thema nächtelang die Köpfe heißreden. Am Ende aber laufen für mich solche Diskussionen fast immer auf drei einfache Regeln hinaus, die bei den meisten meiner Gesprächspartner eher für Ernüchterung sorgen:

Regel 1
Sorge offline für zufriedene Gäste

Regel 2
Nutze das Social Web, um dich über deine Arbeit oder deine Ideen auszutauschen, mit deinen Gästen in Dialog zu treten und mit ihnen in Kontakt zu bleiben

Regel 3
Wenn du Regel 1 nicht einlöst, wird dir Regel 2 mehr schaden als nützen

Zusammengefaßt: das Social Web bietet dir Möglichkeiten, aber es sorgt gleichzeitig dafür, daß deine konkrete, praktische Arbeit ungleich höhere Werbewirkung entfaltet als noch so hoher Werbeaufwand. Das Web 2.0 belohnt Leistung, nicht flotte Sprüche. Der Grund dafür liegt darin, daß mit dem Social Web die Meinungsmacht unwiderruflich von den Werbern auf die Beworbenen, also die Konsumenten und Nutzer übergeht.  Von den aktuellen Lobrednern des Social Web wird das mit gutem Grund ausgeblendet. Sie kommen ja mehrheitlich aus der Werbe- und Beratungsbranche und werden es nicht an die große Glocke hängen, daß sie mit ihrer Weisheit am Ende sind, weil im Mitmach-Web die herkömmlichen Instrumente und Methoden nicht mehr funktionieren – oder ebenfalls mehr Schaden als Nutzen anrichten.

Das ist mittlerweile durch zahllose Studien belegt, seit das Cluetrain Manifesto 1999 den Anstoß zum Umdenken gegeben hat (vgl. z.B. diese Zusammenfassung Prof. Eric Clemons’ von der Wharton School of the University of Pennsylvania oder meine eigenen diesbezüglichen Beiträge hier, hier und hier). Und darin liegt die große Gefahr der gegenwärtigen Euphorie. Denn diejenigen, die Ihnen einzureden versuchen, Sie müßten auf der Welle mitschwimmen, um nicht von ihr verschlungen zu werden, reden als Werber. Sie sprechen für sich, nicht für Sie. Die Wahrheit aber ist – und man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Werbung im Social Web diskreditiert den Werbenden.

Lassen Sie sich das bitte dreimal auf der Zunge zergehen: Werbung im Social Web diskreditiert den Werbenden.

In diesem Sinn sind vielleicht sogar meine drei Goldenen Regeln schon zwei zuviel. Es reicht eine einzige – sozusagen die

Regel aller Regeln
Sorge für zufriedene Gäste und kümmere dich nicht sonderlich ums Social Web.

Das Social Web kümmert sich schon um dich.