4. Januar 2011

Mit den besten Absichten?

von Cornelia Markus-Diedenhofen, A K Aichner, Christian Aichner

Nicht nur wir Bürger beginnen das Jahr mit guten Vorsätzen – unsere Regierungen gehen uns dabei mit gutem Beispiel voran. Die Engländer etwa haben beschlossen, etwas für die Volksgesundheit zu tun. Ab sofort darf dort Alkohol in niedrigeren Dosen ausgeschenkt werden als bisher. Dazu muß man wissen, daß in England die Flüssigkeitsmenge, die ein Glas eines bestimmten alkoholischen Getränks mindestens enthalten muß, streng normiert ist. Das hat vermutlich gute historische Gründe: je weiter sich ein Stammgast im Pub seinem absoluten Trinklimit näherte, desto geringer wurden die Mengen, die ihm der Wirt nachschenkte – zum selben Preis versteht sich. Die strengen gesetzlichen Normen waren in diesem Sinn eine Art Verbraucherschutz.

Damit soll auch keineswegs Schluß sein. Nur die Normen selbst ändern sich. Künftig ist es möglich, auch kleinere Portionen anzubieten – z.B. Bier in 0,2-Liter-, Wein in Vierzehntel-Liter und Portwein oder Sherry in Zwanzigstel-Liter-Gläsern. Behörden und Gesundheitsverbände sind zuversichtlich, damit den pro-Kopf-Verbrauch an Alkohol spürbar zu senken. Böse Zungen lästern freilich, Pubs, Restaurants oder Hotels würden über entsprechende Preisanpassungen die neuen Regelungen dazu nutzen, ihren Umsatz kräftig in die Höhe zu treiben.

Wenn die »Preisanpassungen« deutlich genug ausfallen, könnte sogar beides eintreten… ;-)

Update:
In einem nächsten Schritt soll es dann auch Brot in kleineren Portionen zu kaufen geben. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.