»A Room for London« heißt der Beitrag von Alain de Bottons Unternehmen »Living Architecture« zum olympischen Jahr 2012 in London. Ein »Hotel« in Form eines Boots hoch über den Dächern der Stadt mit Platz für gerade mal zwei Gäste, die überdies nur eine Nacht bleiben dürfen; ich habe ausführlich darüber berichtet.
Jetzt hat ZEIT online ein lesenswertes Interview mit der Künstlerin Fiona Banner veröffentlicht, die das Projekt konzipiert hat. Bei einer Antwort Fiona Banners bin ich hängengeblieben und ins Nachdenken gekommen.
»Wir wollen ja genau das: dass die Menschen Teil der Kunst werden und Teil der gesamten Erfahrung. So wird es auch eine Erzählung geben, die aus den Eindrücken entsteht, die Besucher und Schriftsteller in einem Logbuch hinterlassen. Diese Erzählung wird vor Ort geschrieben und erst nach einem Jahr abgeschlossen sein. Es ist quasi eine Kooperation zwischen dem Hotel und seinen Gästen.«
»Eine Kooperation zwischen dem Hotel und seinen Gästen«: wäre das nicht eine Alternative zu dem öden Wettstreit um die Größe der Facebook-Gemeinde und der Zahl der Twitter-Follower, worin sich die »soziale Komponente« heute allzuoft erschöpft? Wie könnte so eine Kooperation im »normalen« Hotelbetrieb aussehen? Und welche Perspektiven würden sich eröffnen, wenn die Gäste aktiv zur gesamten Erfahrung des Hotels beitrügen – und mit ihrem Beitrag einen bleibenden Eindruck im Hotel hinterließen (normalerweise geht es Hotels ja ausschließlich um das Gegenteil: einen bleibenden Eindruck beim Gast zu hinterlassen)? Würde sich damit die »Erfahrung des Hotels« nicht ständig verändern und weiterentwickeln – reicher, differenzierter, vielfältiger werden? Und läge darin nicht die Chance, sich aus der unerfreulichen Jagd nach den jeweils letzten Trends und Features auszuklinken und etwas Besseres, Einzigartiges und Unwiederholbares an ihre Stelle zu setzen?
Es ist ein faszinierender Denkanstoß, den Fiona Banner uns da liefert, finde ich. Einer, den im Hinterkopf zu behalten sich lohnen könnte. Vielleicht liegt darin der Keim zur nächsten großen Revolution in der Hotellerie.














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